Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
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„Nein,“ antwortete Konrad;„ſieh her— ich bin Konrad, den Mitleid zu Dir treibt— hier iſt einmal Wein ſtatt Waſſer!“ Er ſchob eine thönerne Flaſche durch die Heffnung und ſagte:„Da nimm und trink'!“

„Dank!“ rief es von innen und man hörte gierig ſchlucken. Dann rief Amadeus:„Gott, was haſt Du ge⸗ than! wozu hab' ich mich verführen laſſen!— Verhungern will ich, damit dies gräßliche Leben ende! und nun wird es noch länger währen— das vergaß ich über den thie⸗ riſchen Bedürfniß. Aber habe Dank, daß Du kamſt— mit Dir kann ich reden— ſind die Baubrüder noch im Kloſter?“

„Ja,“ antwortete Konrad,„und Ulrich von Straß⸗ burg iſt in Verzweiflung über Dein Lvos, weil er meint Deine That an das Licht gebracht zu haben.“

„In Verzweiflung?“ fragte Amadeus.„Sage ihm, daß ich ihm vergeben— aber daß ich nicht wahnſinnig bin. Nicht wahr, Du biſt auch ein Baubruder geweſen?“

„Ja, darum bin ich ſein Bruder,“ antwortete Konrad.

„Nun, dann ſage ihm allein— aber Niemanden An⸗ dern, daß ich den Frevel mit Wohlbedacht beging; ich wünſchte Urich einmal zu ſehen und zu ſprechen— und damit er in's Kloſter ſelbſt beſchieden würde, ſchien es mir zweckmäßig, eine Arbeit für den geſchickteſten Bau⸗ bruder nöthig zu machen— darum zertrümmerte ich das