Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
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Konrad jetzt dem Entſetzten.„Es iſt hier eine Reihe ſol⸗ cher Katakomben. Wenn eine ſpätere Zeit dieſe Löcher öffnet und Menſchengebeine darin findet, wird ſie meinen, es ſeien hier Todtengrüfte geweſen— nun, es ſind auch welche, aber für die lebendig Begrabenen.— Weil Amadeus ſein Verbrechen als Wahnſinniger büßt, ſo hat man ihn nicht zum Tode verurtheilt. Man hat ihn nur hier ein⸗ gemauert, aber ein Loch in der Mauer gelaſſen, durch das man ihm täglich Waſſer und Brod hereinſchiebt und Gebete vorſpricht.“

„Das iſt gräßlich!“ rief Ulrich;„da wäre ja der Tod eine mildere Strafe!“

„Ich glaube, er wird bei ihm nicht lange auf ſich warten laſſen— indeß ſo lang er noch lebt, wird er nach einer Labe ſchmachten; ich konnte es nicht über's Herz bringen, hierher zu gehen, ohne ſie ihm zu bieten— warte, laß mich erſt allein zu ihm— ich glaube, hier iſt das Loch.“

Er leuchtete an der Wand hin, wo man friſchge⸗ mauerte Steine ſah; etwa eine Elle vom Erdboden ent⸗ fernt war zwiſchen den Steinen ein Raum von etwa einer halben Elle ein Quadrat gelaſſen. Konrad brachte die Lampe dahin und rief:„Amadeus!“

„Licht— wer kommt?“ rief von innen eine heiſere Stimme;„iſt denn ſchon wieder ein Tag vorbei?“