Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
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nach, obwohl Beide mit bloßen Füßen wandelten, weite Hallen zu ſein, bald waren es enge Gänge und Biegun⸗ gen, wo ſie an den Seiten die Wände ſtreiften. Konrad hatte Recht: es war ein weiter Weg. Dann ſtiegen ſie eine Treppe hinab, und daran ſchloß ſich wieder ein enger Gang, noch ſchmaler als jeder frühere— eine kellerartige Luft voll Dumpfheit und Moder herrſchte hier.

„Jetzt können wir Licht machen!“ ſagte Konrad, nachdem er eine Eiſenthür auſgeſchloſſen und wieder hin⸗ ter ſich zugemacht hatte;„wenn nur der Zunder fängt in der feuchten Luft.“

„Sind wir am Ziel?“ fragte Ulrich.

„Wir haben nicht mehr weit— hier können wir auch ſprechen, da hört uns Niemand. Haſt Du die Uhr im Kopfe? Länger als eine Stunde können wir uns nicht verweilen,“ ſagte Konrad, indem er den Stahl an den Feuerſtein ſchlug.

„Wie haſt Du es heute möglich gemacht mich hier⸗ her zu führen?“ ſagte Ulrich;„oder warum nicht ſchon früher— kein Menſch iſt uns begegnet.“

„Sieh,“ ſagte Konrad,„das hab' ich ausgekund⸗ ſchaftet: dort hinter jener Thüre führt ein unterirdiſcher Gang bis in eine Kapelle, die am Waldesſaume ſteht; der Weg iſt gegraben worden, um für den Fall einer Belagerung oder eines Uiberfalles hier einen Ausgangs⸗