Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
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In Ulrich nur pochte es laut und heiß von den Schlägen ſeines Herzens, wenn auch kalte Schauer ihn überrieſelten— und die Finſterniß, die über ſeinem Leben lag, drohte ein ſchreckliches Licht zu erhellen, das vielleicht zur Brandfackel werden konnte, all' ſeine Zukunftspläne und Hoffnungen zu verzehren! War es kein Frevel, daß er ſelbſt die Hand danach ausſtreckte und nach den Fun⸗ ken dieſes ſchrecklichen Lichtes begehrte?

Er fühlte, er konnte und durfte nicht anders handeln.

Endlich kamen ganz leiſe Tritte; er rührte ſich nicht, bis eine leiſe Stimme rief:„Ulrich, komm! Wo iſt Deine Hand?“

„Konrad, hier!“ antwortete Ulrich eben ſo leiſe und reichte ihm die Hand.

„Ich muß Dich führen,“ flüſterte jener;„wir ha⸗ ben einen weiten Weg, aber ſprich nicht und halte Dich nur an mich. Tappe nicht an den Wänden, Du könnteſt Thüren ſtreifen, hinter denen man nicht feſt ſchliefe; es wäre ſchlimm für uns Beide, wenn man uns entdeckte.“

„Du wagſt ſo viel um meinetwillen!“ ſeußzte Ulrich.

„Wir ſind Baubrüder!“ antwortete Konrad;„ich halte feſt an dem Gelübde von einſt!— Aber nun ſtill, keinen Laut mehr!“

So wandelten ſie ſchweigend weiter durch die fin⸗ ſtern Gewölbe. Bald ſchienen es, dem Hall der Fußtritte