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„aber mein Gemahl iſt unwohl und heute nicht zu Rath gegangen. Hat Dein Vater dieſe Nachricht von dem Rath⸗ haus mitgebracht?“
„Ja,“ verſetzte Urſula;„er kam entrüſtet heim, und da ich ihn nach der Urſache ſeines Aergers ſragte, ſagte er, daß der Kaiſer einen Tag nach Rürnberg ausgeſchrie⸗ ben, aber nur die Fürſten und nicht die Städte dazu geladen. Näheres erfuhr ich nicht und ſetzte meine Hof⸗ nung wie immer auf Dich.“
Eliſabeth ſeufzte und legte liebend ihren Arm um die ihr vertrauende Freundin, der ſie ſchon lange keinen frendigen Troſt mehr zu geben vermochte und auch jetzt deren Hoffnung nicht rechtfertigen konnte.
Seit Stephan Tucher den Fahnen des Königs Mar geſolgt war, hatte er Anfangs an Urſula ſo oft geſchrie⸗ hen, als es im Felde und in der damaligen Zeit, wo die Briefe immer nur einer zufälligen und unſicheren Gelegenheit anvertraut werden konnten, eben möglich war.
Nachdem König Mathias von Ungarn Anfang April 1490 plötzlich zu Wien geſtorben war, hatte König Max den Krieg um ſeine öſtreichiſchen Erbländer begonnen. Am 19. Auguſt hatte er ſeinen feierlichen Einzug unter dem Jubel des Volks in Wien gehalten, unter Lobge⸗ ſängen in der St. Stephanskirche dem Herrn der Heer⸗ ſchaaren gedankt und auf offenem Markt die Huldigungen


