Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
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des Raths und der Gemeinde empfangen. Dieſen glor⸗ reichen Tag hatte Stephan noch Urſula geſchildert— aber ſeitdem hatte ſie keine Rachricht wieder von ihm erhalten. War er in der Schlacht gefallen? war er ihr untren? hatte er ſie vergeſſen?

Das Erſtere war wohl möglich, denn König Mar war mit bairiſchen Hilfsvölkern in Ungarn ſelbſt einge⸗ brochen, um auch dieſes zu erobern, und hatte am 1. No⸗ vember ſelbſt Stuhlweißenburg, die Krönungs⸗ und Be⸗ gräbnißſtadt der ungariſchen Könige genommen— da konnte wohl Stephan mit bei dem Sturme gefallen ſein. Aber von zurückkehrenden Nürnbergern, die auch mit unter den bairiſchen Hilfsvölkern geweſen, hörte ſie daß er noch am Leben ſei. Aber Keiner brachte ihr einen Gruß von ihm. Freilich waren dieſe Rückkehrenden eigentlich Aus⸗ reißer aus dem kaiſerlichen Heere; denn in dieſem war zwiſchen Reiterei und Fußvolk Streit über die Theilung der gemachten Beute entſtanden, ſo daß das Fußvolk, als es weder von dieſer den gewünſchten größern Antheil, noch den rückſtändigen Sold ausgezahlt erhielt, rotten⸗ weiſe davon zog, wodurch der König ſich genöthigt ſah, ſein Vordringen nach Oſen außugeben und ſich nach Oeſtreich zurückzuziehen. Schwerlich würde der ritterliche, dem König ergebene Stephan mit denen, die den König verließen, gemeinſchaſtliche Sache gemacht haben. Allein