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ohne Bewußtſein ſei und wahrſcheinlich ſterben werde. Die Mutter des blonden Hieronymus, bei dem er woh⸗ ne, pflege ihn, wenn der Baubruder in der Hütte arbeite. „Für mich geſtorben!“ hauchte Eliſabeth— und von da an verlor ſie die Beſinnung. Anfangs, in ihren Fieber⸗ phantaſien war ſie immer mit Ulrich beſchäftigt, ſah ihn verwundet vor ſich liegen, betete bald für ihn als ihren Retter, und ſchalt ihn bald, daß er ſich überall in Weg dränge, nur um ſie zu demüthigen, ſie wieder an die Schmach zu erinnern, die er ihr bereitet, als er die Roſe aus ihrer Hand auf das Indenmädchen warf. Allmälig jedoch, wie das Fieber nachließ, ſchienen dieſe Bilder und Erinnerungen zu ſchwinden, ja ſie es ſorgfältig zu ver⸗ meiden, durch irgend etwas wieder an die Ereigniſſe je⸗ ner Nacht gemahnt zu werden. Es ſchien ihr am Ange⸗ meſſenſten, ihre Ungebung glauben zu machen, als habe ſie dieſelben wirklich ganz und gar vergeſſen.
Jetzt, im Januar 1491 iſt jede Spur der langen Krankheit von ihr verſchwunden. Hat ihr edles Antlitz noch nicht ganz die frühere Friſche und ihre majeſtätiſche Geſtalt die frühere Fülle wieder erlangt, ſo erſcheint ihre Schönheit dadurch nicht beeinträchtigt, daß der Eindruck, welchen ſie jetzt macht, mehr ein geiſtig erhebender als ein ſinnlich verlockender iſt. Vielmehr als ſie ſelbſt ſchien ihre Freundin Urſula


