Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
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doch genug, mit Eliſabeth's Seele auch ihren Körper zu angreifen und ſie auf das Krankenbett zu werfen.

Herr Scheurl hatte ſich beeilt, alle gelehrten Aerzte und Wunderdoctoren Nürnbergs um ihr Lager zu ver⸗ ſammeln, ſo daß ſie der eine mit ſeinen Mirturen und Salben immer mehr quälte als der andere, der eine ihr am Fuß, der andere am Arm zur Ader ließ, ſo daß ſie Dank ihrer guten Natur, aber wahrſcheinlich trotz der Kunſt der Aerzte zwar mit dem Leben davon kam, aber doch erſt, als es draußen wieder Lenz ward, ſich nach Monden voll Fieber und Qualen wieder zu erholen begann. So war ihre Krankheit auch die natürliche Ur⸗ ſache, daß ſie, in der erſten Zeit völlig bewußtlos und dann nur mit ihren Angehörigen und der Dienerſchaſt in Berührung kommend, weder irgend eine Aufklärung über das gegen ſie geſchmiedete Complot erhielt, noch einem ähnlichen zum Gegenſtand dienen konnte und ſpäter wollte ſie ſelbſt lieber Alles vergeſſen wiſſen, als noch durch Fragen daran erinnern. Nur von ihren Ge⸗ ſchwiſtern erfuhr ſie, daß ihre Amme wirklich bald nach jenem Tage geſtorben. Noch ehe ſie ſelbſt erlag, hatte ſie den berühmteſten Bader zu den verwundeten Bau⸗ brüdern geſandt, und er hatte ihr die Nachricht gebracht, daß der eine leichter verwundet ſei, der andere aber, Ulrich von Straßburg, ſehr gefährliche Wunden habe,