Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
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den, wenn die Lebensſchickſale, welche es hervorrufen, nicht, wie z. B. ſchmerzliche Verluſte durch den Tod, Sendun⸗ gen einer höheren Macht ſind, ſondern Folgen eigener und fremder menſchlicher Handlungen.

Uiber ein Jahr war vergangen, ſeit ſie auf's Neue das Opfer eines Complotes hatte werden ſollen, das Cberhard von Streitberg gegen ſie eingeleitet. Die Er⸗ ſchütterungen, welche damit verbunden waren, das plötz⸗ liche Wiederſehen, der Schrecken, die ganze nächtliche Szene eines blutigen und ungewiſſen Kampſes, wohl auch der lange Aufenthalt nach ſolcher Erregung im feuchten Walde und der nächtlichkalten Luft dazu der Entſchluß, vor wie nach über Eberhard von Streitberg zu ſchwei⸗ gen und das, was er ihr einſt geweſen war, und dabei doch die Furcht, Alles, was ihr Stolz jahrelang ver⸗ ſchwiegen, verrathen zu ſehen; die Anſtrengung, um das demüthigende und ſchmerzende Geheimniß zu bewahren, alle verfänglichen Fragen zurückzuweiſen, auch der Kum⸗ mer und die Sorge um die doch nur um ihretwillen im Gefecht Verwundeten oder Erſchlagenen obwohl damals ein nach dem Recht des Stärkeren gemordetes Menſchen⸗ leben ſelbſt auf ein zartes weibliches Gewiſſen nicht mit ſo zermalmender Qual ſiel, wie in ſpäteren menſchliche⸗ ren, zu höheren Anſchauungen und reineren Sittlichkeit gelänterten Jahrhunderten: ſo war dies Alles vereint