Sprache geſtatten durfte und wollte, war das Bedürfniß um ſo dringender, immer für ein Großes oder Allgemei⸗ nes zu wirken, durch ein edles Streben und eine anre⸗ gende Thätigkeit ſich ſelbſt im Gleichgewicht zu erhalten. Ihr klarer Verſtand erkannte das ſelbſt, und halb be⸗ rechnend, halb nur ahnungsvoll geſtaltete ſie danach ihr Leben.
giemlich zwei Jahre war ſie nun verheirathet. Chri⸗ ſtoph Scheurl war nach wie vor befriedigt und ſtolz durch ihren Beſitz, ließ ſie ungehindert über ſeinen Reichthum verfügen und freute ſich, wenn ſie denſelben anwendete den Glanz und die Ehre ſeines Namens zu erhöhen, wie es ſowohl durch Unternehmungen F die obige geſchah, als auch dadurch, daß ſie die vorzugten des Hand⸗ werkes und der Kunſt theils für ſich arbeiten ließ, theils mit einem Kreiſe von Gelehrten um ſich verſammelte, und ſo beſtrebt war, ſo viel als möglich nicht nur mit den andern Nürnberger Geſchlechtern zu wetteifern, ſon⸗ dern auch den Medicäern und anderen italiſchen Großen es nachzuthun, ſo viel es in ihren Kräften war. Daneben erfüllte Eliſabeth treulich jede Pflicht der deutſchen Haus⸗ ſrau, war gegen ihren Gemahl ſo uſn⸗ er gegen ſie, und wie er ſie, ließ auch ſie ihn gern in allen Stücken gewähren. Bei ihr war die Begeiſterung für die Kunſt und alle höheren allgemeinen Angelegenheiten aus


