Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
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ner Leidenſchaft Verſöhnung und Erhörung zu finden; denn er meinte, Eliſabeth habe indeß wohl genug das Leben kennen gelernt, um überſpannten Begriffen von Liebe, Pflicht und Treue entſagt zu haben, um ſo mehr, als er erfuhr, daß ſie dem ältern Gatten wohl nur aus kindlichem Gehorſam oder ſeines Reichthums und An⸗ ſehens wegen ihre Hand gegeben ja ſein Egoismus zog daraus den für ſich günſtigen Schluß, daß ſie wie ihn wohl nie wieder geliebt, und er ſich darum nur zu zei⸗ gen brauche, um die alten Gefühle wieder zu erwecken. Da nahm dies erſte Wiederſehen für ihn einen ſo ſchimpf⸗ lichen Ausgang.

Nun lechzte die entſtammte Leidenſchaft nach einer Gewaltthat und nach Rache an den Baubrüdern.

Unbeachtet von Allen, war Rachel mit gegenwärtig in einen Winkel an der Thür kauernd, ſcheinbar vor Müdigkeit eingeſchlafen, als ihr Vater, Jacobea und der Ritter von Streitberg den Plan zur Entführung Eliſa⸗ heth's entwarfen. Daran knüpfte ſich die andere Frage, wie die Baubrüder zu beſtrafen, wie ſie es empfinden ſollten, daß ein Ritter nicht ungerächt ſich beleidigen laſſe.

Der Adel, der durchaus keinen Kunſtſinn beſaß und

überhaupt keiner Begeiſterung für das Ideal fähig war

und jedes höheren Auſſchwunges baar, der über die ein⸗ ſeitigen Begriffe von Ritterehre und Standeswürde hinaus⸗