Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

266

Jacobea geſandt mit dieſer zurückkam. So verhandelte man in der Gegenwart des Mädchens, das man ſeiner ſtillen Weiſe nach beinah' nicht anders wie ein einfälti⸗ ges, dem Vater blind gehorſames Kind betrachtete. Ja noch mehr! Streitberg, der ſchon in Nürnberg doch ſo viel über die beiden Baubrüder erkundet hatte, um ihre Namen zu wiſſen, forderte ſowohl von dem Juden als von Jacobea Rath und Mittel ſich an ihnen zu rächen. Wie hätte ein Eberhard von Streitberg je den Schimpf mögen auf ſich ſitzen laſſen, ſich ſein Schwert von den Händen eines Steinmetzen entwinden zu ſehen eines Menſchen alſo, der von Früh bis Abends mit dieſen Händen arbeitete und unter ſtrengen Regeln ſein Leben verbrachte, indeß er, der ſtolze Ritter, der jede Arbeit, auch wenn ſie dem Dienſte der erhabenſten Kunſt galt, tief gering achtete und mit roher Willkür auf den Land⸗ ſtraſſen raubte, was er brauchte, wenn einmal ein beutereiches Kriegerleben ſich ihm nicht gleich nach Wun⸗ ſche bot er, der in unzähligen Turnieren den ebenbür⸗ tigen Gegner aus dem Sattel gehoben und mit verwe⸗ genem Muthe bei kecken Abenteuern ſo gut wie in wil⸗ der Schlacht Heldenthaten verrichtet!

Nit der kecken Zuverſicht, die ihm immer eigen, hatte er danach von König Mar ſein Schwert zurück⸗ geſordert und wider die Baubrüder geklagt, die ihn in