Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
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ſtallen und Kapitälern dem lebendigen Laube in durch⸗ gebrochener Steinarbeit nach, und die ſtrebſamſten Stein⸗ metzen, immer bemüht nach eigenen Anſchauungen Neues und Eigenes zu ſchaffen, ſtatt nach alten Maaßbrettern zu arbeiten, ſuchten und zeichneten ſich ſelbſt ihre Muſter in der Natur.

Jeder der Baubrüder hatte ſeine Ledertaſche um⸗ hangen, und an die Stelle des Abendbrodes, das darin ſteckte, bis es unterwegs verzehrt ward, ſammelte man ſchön geformte Blätter hinein, ſie gelegentlich als Modelle zu benutzen. Das kurze Schwert trug Jeder umgegürtet, nur bei der Arbeit trennten ſie ſich davon.

Als ſie an der von der Jüdin bezeichneten Hütte vorüber kamen, ſagte Ulrich:„Mich dürſtet, und hier ſehe ich nirgends eine Quelle oder einen Brunnen; ich denke, man wird mir hier einen Trunk Waſſer nicht ver⸗ ſagen.“ Er ſchlug mit ſeinem Schwert an die verſchloſſene Thür, nur der eine Steinmetz Erwin, der auch Durſt verſpürte, wartete mit ihm.

Endlich öffnete man, und eine alte Frau fragte un⸗ wirſch, was es gäbe. Als Ulrich ſein Begehr ſagte, ent⸗ fernte ſie ſich in ein inneres Gemach, um ein Trinkgefäß zu holen. Auf einem Schemel in der unſauberen Haus⸗ flur ſaß ein Mann in ſtädtiſcher Dienertracht, der Ulrich