24⁴
lich zu einem ſörmlichen Wetteiſer, wer mehr Teufels⸗ und Herenſpuk auſſpüren und wer ſeine Opfer gräßlicher foltern und beſtrafen kann.“
Die Beiden ſprachen noch lange ſo über ein ein⸗ mal angeregtes ſchreckliches Thema und über eine, durch ein einziges Wort heraufbeſchworene Geſahr, die nun wie ein Damollesſchwert über Ulrich's Haupte hing; dann kam der Verdacht eines unehrlichen Herkommens auf einen Baubruder; war ſeine Mutter der Schande verfallen, ſo verfiel er derſelben mit und ward für im⸗ mer aus der Gemeinde der freien Maurer ausgeſtoßen und dadurch zugleich gewiſſermaßen für vogelfrei erklärt.
Als der zweite Abend nach dieſem herankam, zogen die Baubrüder, ohngefähr zehn an der Zahl, vor das Thor an der Veſte ſich im Walde zu ergehen. Keiner, außer Hieronymus und Ulrich, ahnte dabei eine andere als die von dieſen angedeutete Abſicht, die ſchöne Wald⸗ luft zu genießen und an der Natur ſelbſt Muſter der Ornamentik zu ſtudieren. Denn wie überhaupt die him⸗ melanſtrebenden Säulen der gothiſchen Dome, die oben in Zweigen und Aeſten ſich auseinander theilten, in den deutſchen Hainen majeſtätiſcher Buchen und ſchlank auf⸗ ſtrebender Tannen ihre Vorbilder hatten, ſo bildete man jetzt mit immer wachſenderer Vorliebe für das Vegetabi⸗ liſche die Verzierungen an Säulen und Thüren, Piede⸗


