Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
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ihr wiſſe; aber er behauptete, daß ein Schwur ſeine Zunge binde und daß ich nicht weiter forſchen und fragen dürfe. Darum traf mich jene Drohung doch ſonderbar.“

„So geh' übermorgen lieber nicht mit,“ ſagte Hie⸗ ronymus bedenklich,„wenn es auf eine Begegnung mit demſelben Ritter abgeſehen—“

„Nein!“ rief Ulrich entſchieden,„das wäre Furcht und Feigheit; mich gelüſtet dem Mann gegenüber zu ſtehen, der es vergeblich wagen ſoll, meine Mutter oder mich zu beſchimpfen.“

„Es iſt auch dummes Zeug!“ tröſtete Hieronymus; „es wäre zum Erſtenmal, daß in Nürnberg und nun gar in der Bauhütte von Heren die Rede wäre. Dazu iſt es zu hell in den Köpfen; und wenn auch der Rath und die ganze Verfaſſung erſtarrt iſt in den alten For⸗ men, ſo hat das auch ſein gutes: das widerſteht auch der neuen Finſterniß und der gewaltſam heraufgeführten Nacht. Hier kümmert ſich Niemand um die Bulle Papſt Innocenz' VIII. und ſelbſt die Geiſtlichen ſcheuen ſich davon Notiz zu nehmen. Die freidenkenden Gebildeten lächeln höchſtens darüber, und in unſerer Gemeinſchaft würde Jeder ſich ſelbſt brandmarken, der an den Teufel anders dächte, als um ihn als darſtellbares und allge⸗ meinfaßliches Symbol zu benützen, die Sittenverderbniß der Zeit in wie außer der Kirche zu geißeln.“