Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
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ſchloſſen, denn ſie ſahen einen andern Baubruder die Straße herauf kommen, und wollten nicht, am wenigſten an ihrer Hausthür, mit einem weiblichen Weſen betroffen werden, noch dazu mit einer verachteten Jüdin, denn den Baubrüdern war durch ihre Geſetze aller Umgang mit dem weiblichen Geſchlecht verboten und es hieß in ihren Statuten:„Velcher Geſelle mit ehrbaren Frauen geht, ſoll Urlaub bekommen und den Wochenlohn in die Büchſe legen; wer aber mit berüchtigten und böſen Frauen ſich führt, den ſoll man ganz aus dem Handwerk verwei⸗ ſen.“ Zu den letztern würde man Rachel gerechnet ha⸗ ben, ſchon weil ſie Jüdin, war ſie dabei auch unſchuldig wie ein Kind.

Als die Beiden allein in ihrem Gemache waren, ſagte Hieronymus:„Es iſt eine wunderliche Geſchichte. Etwas thun müſſen wir; aber was?“

„Das Mädchen redete aufrichtig aus einem geäng⸗ ſteten Herzen,“ ſagte Ulrich;„aber warnen können wir die Scheurlin nicht, um ſo weniger, als wir die Quelle nennen dürfen, und es auch, ohne daß man uns belogen, Alles nur Hirngeſpinſt oder Pläne ſein können, die nicht zur Ausführung kommen. Laß uns übermorgen mit ei⸗ nigen Steinmetzen einen Spaziergang nach dem Feier⸗ abend vor jenes Thor machen, aber Keinem etwas wei⸗