Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
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„Unſinn!“ rief Hieronymus;„es ſollt' Einer wa⸗ gen mein Mütterlein zu beſchimpfen, das jedes Nürn⸗ berger Kind als die bravſte Frau kennt von Kindesbei⸗ nen an!“

„Er wird einen Mackel auf Euch werfen, um Euch zu ſchaden, zweifelt nicht daran!“ rief die Jüdin.

„Er mag's verſuchen!“ lachte Hieronymus;„komm, Ulrich, laß' uns nicht länger hören auf dies alberne Ge⸗ ſchöpf!“

„Verachtet Ihr für Euch meine Warnung,“ ſagte ſie ſeufzend,„ſo hört doch die für die Dame, der ihr damals beiſtandet. Laßt ſie wiſſen, daß ſie ſich unter keinem Vorwand ſoll aus der Stadt locken laſſen, daß ſ

„Ach, laß uns in Ruh,“ ſagte Hieronymus;„geh' ſelbſt zur Scheurlin und ſag' ihr was Du willſt, uns geht ſie Nichts an!“

„Doch, doch!“ rief das Mädchen,„ich kann nicht zu ihr; wir Ausgeſtoßenen dürfen ja weder bei Tag noch bei Nacht die Schwellen dieſet ſtolzen Geſchlech⸗ ter überſchreiten! Und doch möcht' ich das Unheil verhi⸗ ten, da ich es einmal weiß! O wollt denn auch Ihr mich nicht hören!“ wendete ſie ſich an Ulrich;„Ihr dürft mich nicht verrathen und werdet es ſchon nicht— es ſagt ja Niemand, der nicht zu unſerm Volk gehört,

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