Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
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ſchiebend:„Geh' ſort, wir ſind Baubrüder und mögen weder von ehrbaren Frauen noch weniger von verlaufenen Dirnen etwas wiſſen, die zur Nachtzeit in den Straßen lauern.“

Das Mädchen ſtieß einen Schrei aus und ſagte: „Ich kann Nichts wider die innere Stimme, die mich antreibt ein Unglück zu verhüten, wo es möglich. Ihr hab't Eberhard von Streitberg erzürnt, und er wird ſich rächen an Euch und an Ihr!“

„Es iſt wohl gar das Judenmädchen?“ rief Hierv⸗ nymus, es jetzt erkennend;„packe Dich in das Juden⸗ quartier, in das Du gehörſt, und laß uns in Ruhe!“

Das Mädchen fing an zu weinen.

„Wenn Du es gut meinſt,“ ſagte Ulrich beſänſti⸗ gend,„ſo gehe ruhig Deines Weges; ich ſagte Dir ſchon einmal, daß uns auch der gefährlichſte Raubritter Richts rauben kann, denn wir haben Nichts, und mit ſeinem Schwert hat ſich unſeres ſchon gemeſſen, falls er uns nach dem Leben trachten ſollte.“

„Ihr hab't Nichts?“ fragte das Mädchen ermuthigt, aber doch wie mit vorwurfsvollem Tone, und fügte weh⸗ müthig hinzu:„O Ihr hab't unendlich viel, wenn Ihr einen ehrlichen Namen hab't, aber den trachtet Euch der Ritter zu rauben; er will Euch beſchimpfen und vernich⸗ ten, indem er ausſprengt: Eure Mütter wären— Hexen!“