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Gaben genug bewußt, um zu wiſſen, daß er für das Verſtändniß ſeines geiſtigen Weſens keinen Erſatz für ſie bei andern Frauen finden werde— aber ſie konnte nicht ohne Schmerz und Bitterkeit an ihn denken. Er hatte ſie doch nicht geliebt, ſo wie ſie ihn liebte, ſonſt hätte er ihr nicht entſagt, da ſie noch frei war— ach, warum gab es keinen Mann, der zu lieben verſtand wie ſie ſelbſt, mit ſolcher Kraft und Hingebung und Trene?! Weil ſie an Celtes zu der Erkenntniß gekommen war, nach einem Ideal zu jagen, für welches das Leben keine Verwirkli⸗ chung habe, hatte ſie dem ungeliebten Mann ihre Hand gegeben, um ſich vor neuen Kämpfen zu bewahren.
Und nun mußte gerade jetzt wieder eine Geſtalt aus der goldenen Morgenzeit ihrer Jugend, die ſie für immer zu vergeſſen wünſchte, gleich einem Geſpenſt vor ihr auftauchen? Jener Augenblick auf der Hallerwieſe, da ſie Eberhard von Streitberg wiederſah, gehörte zu den ſchrecklichſten ihres Lebens!
eie war erſt ſiebzehn Jahre alt, da ſie ihn in Ve⸗ nedig kennen lernte. Leicht war es dem feurigen und da⸗ mals auch äußerlich anmuthigen Ritter, das liebeſehnſüch⸗ tige Herz der Jungfrau zu gewinnen, und im ganzen Sonnenglanz der erſten Liebe, von Italiens Sonne dop⸗ prelt verklärt, floßen ihnen Tage und Monde dahin. Sie
ſchworen ſich ewige Liebe und Treue, und Eliſabeth zwei⸗


