Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

genug, welche durch boshafte Bemerkungen und heimliche Zuträgereien oder verſtohlene Winke Scheurl auf den Kö⸗ nig hatten eiferſichtig machen und die Treue und Tugend ſeiner Gattin verdächtigen wollen; allein er wies alle ſolche Angriffe als erbärmliche Waffen des Neides und der Mißgunſt zurück, und war und blieb ſtolz darauf, daß es gerade ſeine Gattin war, welche den Sieg in der Gunſt des Königs über alle andere Frauen davon ge⸗ tragen. Vielleicht hätten ſo auffallende Huldigungen, wenn ein anderer Mann ſie gewagt, ihn ſowohl gegen den⸗ ſelben wie gegen ſeine Gemahlin, die ſie nicht zurückwies, ſondern mit ſichtlichem Wohlgefallen annahm, aufgebracht; allein von dem Könige dargebracht, hatte er einen an⸗ dern Maaßſtab dafür. Nicht etwa den einer gemeinen Vedientenſeele, die ſich geehrt fühlt, wenn ſein Herr ſich zu ihm herabläßt, und die ſich als Ehre anrechnet, was ſie von anderer Seite als Schimpf empfinden würde: ſondern weil er wußte, daß ſeine Gemahlin zu ſtolz war, ſich jemals zu einer Buhlerin wegzuwerfen, und weil er weiter ſchloß, daß dieſer königliche Nebenbuhler ihn ja nur auf kurze Zeit verdunkelte, und weil er Eliſabeth genug kannte, um zu begreifen, daß ſie von dem erſten Ritter und königlichen Helden ihres Zeitalters ausgezeich⸗ net, nun um ſo ruhiger auf die Huldigungen anderer Männer verzichten werde— und beinahe kaufmänniſch be⸗