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So ohngefähr hätte Albrecht die Madonna malen mögen. Sie war von mittelgroßer Geſtalt, feinem Wuchs und zartgerundeten Formen. Röthlich blonde Locken um⸗ flutheten von der edlen Stirn herab bis zum blendend⸗ weißen Nacken das edle Antlitz, hinten hielt ſie mit zwei dicken Zöpfen vereinigt ein ſilberner Pfeil zuſammen. Der ganze Schmelz reiner Jungfräulichkeit verſchönte das blen⸗ dende Weiß und das zarte Roth ihres Antlitzes. Aber die blauen Augen ſchimmerten von Thränen und ſchwere Seuf⸗ zer hoben ihren Buſen. Sie trug ein Kleid von dunkel⸗ rothem wollenen Damaſt mit Pufſenärmeln und einem viereckig ausgeſchnittenen Schneppenleibchen. Daran hing eine kleine goldgeſtickte Taſche und ein Schlüſſelbund an ſtählerner, kunſtreich gearbeiteter Kette, zwei Reihen heller Bernſteinperlen umſpielten den Hals.
Sie hörte nicht, daß Jemand die Thür geöffnet hatte, aber ſie fühlte, daß die Strahlen fremder Blicke ſie berührten, erſchrocken ſchob ſie die Papiere zuſammen, un⸗ ter denen ſie geſchrieben, und wendete ſich nun erſt zu dem Eintretenden um.
„Verzeiht, edle Jungfrau, wenn ich Euch ſtöre,“ ſagte Albrecht,„aber ich bin hierher beſchieden ein Gelän⸗ der anzuſtreichen, und ſand Niemanden mir meine Arbeit anzuweiſen.“
Urſula Muffel— denn die Jungfrau war die einzige
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