Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
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empfangen und anlaſſen würden, wenn er länger bliebe, als ſie die Dauer der Arbeit berechneten, und daß er ſchon an der Seite des fremden Wandergeſellen mehr Zeit zu dem Weg gebraucht, als der Fall geweſen ſein würde, wenn er ihn allein mit ſeinen gewohnten geflügelten Schritten zurückgelegt. Darum faßte er ſich ein Herz und vochte an die eine Thür, und da dies ohne Erfolg blieb, an eine zweite. Da auch hier Niemand antwortete, ihm aber gleichwohl war, als habe er dahinter ſeufzen hören, öffnete er dieſelbe leiſe und ſchaute in ein ſchmales, aber tieſes Gemach, an deſſen Fenſter eine weibliche Geſtalt an einem eichenen Pulte ſaß und ſchrieb.

Albrecht ſtand eine Weile betroffen ſtill. Das Ge⸗ mach ſelbſt erſchien wie ein Muſeum der Kunſt. Der Fuß⸗ boden war mit koſtbaren Teppichen bedeckt, auch die Tapeten an den Wänden waren von gleichen Muſtern kunſtreich gewirkt, die ſchöngeſchnitzten Seſſel mit gelbem Sammt überzogen und die meiſten Tiſche hatten marmorne Plat⸗ ten. Darauf ſtanden allerlei zierliche Geräthſchaſten für den Hausgebrauch, aber alle von funkelndem Silber und Gold. Große Spiegel von venetianiſchem Glas wetteiferten in Glanz mit ihren goldenen Rahmen und mehrere Hei⸗ ligenbilder mit bunten Farben auf Goldgrund gemalt hingen dazwiſchen. Das ſchönſte Bild aber des Zimmers war ſeine Bewohnerin.