Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
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Amen! ſagte Albrecht Dürer;Ihr ſprecht mir aus der Seele und es klingt faſt ſo ſchön, als hört' ich meinen Freund Willibald. Aber ich darf nicht länger mit Euch plaudern. Hier an der Brücke bin ich am Ziel, und Ihr ſeid es bald, Ihr braucht nur über ſie zu gehen, dann der geraden Straße zu folgen, dann führt Euch links die dritte Gaſſe an Euer Ziel. Seht hier die Brücke: ſie iſt kunſtvoll gebaut in einem einzigen Bogen nach dem Muſter der Rialtobrücke in Venedig ich kann nicht hinübergehen, ohne zu wünſchen, auch einmal nach Vene⸗ dig ſelbſt zu kommen. Waret Ihr ſchon dort?

Noch nicht, antwortete der Fremde,aber wir werden es ſchon beide einmal ſehen. Doch vorerſt muß man ſich umſehen im deutſchen Land, deutſche Art und Kunſt kennen lernen und bei deutſchen Meiſtern arbeiten, ehe man in's Ausland geht. Da muß man erſt feſt ſein in heimiſcher Kunſt, damit die fremde ſie wohl läutere, aber nicht verderbe und verdränge. Und nun habt Dank, wenn wir jetzt ſcheiden müſſen, vielleicht ſuch' ich Euch bald heim in Meiſter Wohlgemuth's Werkſtatt unter der Veſte, bis dahin vergeßt den Steinmetzgeſellen Ulrich gus Straßburg nicht!

Um einzuſchlagen in die dargebotene Hand, legte Albrecht Pinſel und Richtſcheit aus ſeiner Hand auf einen