Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

20

ſtatt. Aber zuweilen kam es mir hart an und ich grämte mich ſchier, daß ich darauf verzichten ſollte, ein Maler zu werden. Da bat auch die Mutter den Vater für mich, und er that mich zum Meiſter Wohlgemuth in die Leh⸗ 3 re und nun hab' ich die doppelte Pflicht etwas Rechtes

zu lernen und ein rechter Maler zu werden, einmal weil mir's im Innern eine Stimme immer geſagt, daß für mich kein Heil iſt außer bei dieſer Kunſt, und dann weil es meinem Vater hart angekommen, mich aus ſeiner Werkſtatt und in die fremde Lehre zu thun. Solches ſag' ich mir täglich, und werde nicht müde zu beten und zu arbeiten, damit es mir gelinge!

Dann wird es Euch gelingen! rief der Fremde und legte ſeine Hand liebreich auf die Schultern des jün⸗ geren Begleiters.Getragen von echter Begeiſterung für die Kunſt wachſen uns ſelbſt die Flügel, die uns empor⸗ tragen in ihr göttliches Reich. Wie Euch zur Malerei, ſo drängte mich's zur Baukunſt, und Nichts wäre im Stande geweſen mich Ihr zu entziehen. Nicht wie Euch einem Handwerk, dem Prieſterſtande wollte man mich weihen, aber mich drängte es zum Hohenprieſterthum der Kunſt, und ich denk' ihr zu opfern mit reinen und fleißi⸗ gen Händen. Gottesdienſt iſt die Kunſt, und ſelig iſt es ihr zu dienen in rechter Treue, und wenn es ſein muß,

ſich ihr zu opfern!