Teil eines Werkes 
1. Theil (1864)
Entstehung
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aber daß er nicht nur wie ſchon früher bei Hofbällen und Feſten, ſondern auch bei den intimen Soiréen des Kronprinzen Zutritt hatte, das hob ihn noch um Vieles höher und Felicitas namentlich ſah ihn ſchon als Freund, Günſtling der Kronprinzeſſin und fand das ſo natürlich.

Und dennoch hatte Störmthal auch Felicitas ſich wieder wie ſonſt genähert aber wo fand ſie jetzt noch Gelegenheit ihn wieder zu ſehen? und wenn er doch fernere Annäherungen verſuchen ſollte wie durfte ſie dieſelben dulden? Welche Kämpfe, welche Verdäch⸗ tigungen beſchwor ſie nicht damit herauf? und doch er hatte ja noch nie ein Wort geſagt, das anders zu deuten geweſen wäre, als auf die Anhänglichkeit eines früheren Bekannten, der trotz allen Wechſels der Verhältniſſe ſich gleich geblieben? Dieſen Einzigen ſollte ſie von ſich verſcheuchen?

Auch Störmthal hatte noch an demſelben Abend ähnliche Gedanken wenn auch ſo anders, wie ſie in ſeiner Stellung und bei ihm als Mann anders ſein mußten. Es verdroß ihn oder um in ſeiner Sprache zu reden:es ennuyirte ihn, Felicitas nicht mehr in den Geſellſchaften zu treffen, in denen er ſie ſonſt gefunden, wo er am liebſten ſich mit ihr unterhalten und wo er noch keiner jungen Dame wieder begegnet war, die ihn in ihrer Weiſe interefſirt und die Langeweile des Abends

Louiſe Otto; Neue Bahnen. 1. 15