Teil eines Werkes 
1. Theil (1864)
Entstehung
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Daß man mich für undankbar hält und durch meine Verbannung meine alten Eltern kränkt— ja vor dem ganzen Dorfe kränkt— denn ſo etwas ſpricht ſich ja in einem Dorfe ſchnell herum und im Pfarrhaus na⸗ mentlich konnte man es nicht erwarten, die ihnen in mir gewordene Kränkung durch die ganze Gemeinde zu tragen— das iſt es, was mich ſchmerzt!— nicht etwa der Verluſt einer Unterſtützung, die mir drückend ge⸗ worden, ſeit ich die Kinderſchuhe ausgezogen!“

„Und iſt es denn nicht nur eine ſoldatiſche Auf⸗ wallung des Hauptmanns geweſen, die ihn ſich über Sie erzürnen ließ und der Sie vielleicht eine größere Wichtigkeit beilegten, als ſie verdient? Sie ſind em⸗ pfindlich— ich begreife vollkommen, daß Sie es ſind und ſchätzen Sie deshalb— aber mit ſolchen Krieger⸗ manieren dürfen Sie es doch nicht ſo genau nehmen — ſchon um Gemahlin und Tochter willen, die gewiß ſein Zürnen nicht theilen und ihm nur gehorchen.“

Von dieſen Worten Störmthals fühlte ſich Sigis⸗ mund immer mehr erwärmt, ſo daß er enthuſiaſtiſch aus⸗ rief:„Fräulein Editha zürnt mir nicht!“ aber als ihn jetzt wieder Störmthal mit einem etwas verwunderten Blicke maß und mit dem ſtummen Ausdruck ſeines ſcharf⸗ gezeichneten Geſichtes zu fragen ſchien: in dieſem Tone ſpricht der Sohn des Dorfſchulmeiſters von der Tochter ſeines Gutsherrn? da fühlte ſich Sigismund wieder an