Und ſo ſchwuren ſie nicht nur einander, ſon ern auch den neuen Bahnen Treue, auf denen zu wandeln ſie ſich trotz aller Hinderniſſe und Kämpfe von ihrem eignen Selbſt gezwungen fühlten!—
Wie die beiden Freunde einander Alles mittheilten, ſo hatte auch Richard von ſeiner Schweſter geſprochen, die ſich der Photographie gewidmet hatte und ſo auch gleich dem Bruder wandelte auf einer neuen Bahn Als daher Sigismund eines Tages in einem Kunſtinter⸗ eſſe nach der Reſidenz reiſte, ſo war nichts natürlicher, als daß ihn Richard bat, die Schweſter aufzuſuchen, um ihr dann von ihr und ihren Leiſtungen zu erzählen. Ein Brief und die Bitte, ihm eine Photographie von ſich zukommen zu laſſen, ſollte die Bekanntſchaft ver⸗ mitteln. Und dabei fiel es denn Sigismund ein, bei dieſer Gelegenheit auch ſeine eigne Photographie an⸗ fertigen zu laſſen, den Eltern ein Geſchenk damit zu machen— und vielleicht fand auch ein Exemplar da⸗ von den Weg zu Editha!
Als er auf dem Bahnhof der Reſidenz ankam und mit ſeiner theuren, im Kaſten ſorgfältig gehüteten Vio⸗ line dem Ausgang zueilte, ſtieß Jemand im Gedränge unſanft an ihn, ſo daß er ſich entrüſtet umſah.
„Sind Sie es wirklich, Herr Ambach?“ rief eine eben ſo freundlich als vornehm klingende Stimme ihm zu—„und ſo hätte dies unfreiwillige Drängen und


