Teil eines Werkes 
1. Theil (1864)
Entstehung
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chon Monate, ja Jahre vergangen, daß ſie einander nicht geſehen, es hatte ſchon hier und da einmal einen kleinen Sturm gegeben, den der Hauptmann über das Haupt des Jünglings heraufbeſchworen und dem dann doch wieder ſtiller Friede gefolgt war— warum ſollte es diesmal anders ſein?

Als Sigismund von ſeiner Mutter Abſchied nahm, mußte ſie ihm noch verſprechen, nicht etwa durch ein unüberlegtes, wenn auch noch ſo wohlgemeintes Wort in Editha's Herzen einen ähnlichen Sturm aufzuregen, wie in dem ſeinen und ihr nur zu ſagen, daß er immer ihres letzten Zuſammenſeins gedenken und ſich ſtets be⸗ ſtreben werde, ſich der hohen Meinung würdig zu ma⸗ chen, die ſie von ihm und ſeinem Beruf zur Kunſt gehegt.

So hatte er Friedleben mit ſchwerem Herzen ver⸗ laſſen, in wie ganz anderer Stimmung, als in der er gekommen war!

Er lebte nun nur ausſchließlich ſeiner Kunſt und dem kleinen Kreiſe gleichgeſinnter Jugendgenoſſen, in dem ſowohl ernſtes Streben als heitere Laune die wech⸗ ſelnd herrſchenden Elemente waren. Junge Muſiker, Schriftſteller und Maler hatten ſich zuſammengefunden, um nicht in exeluſiver Einſeitigkeit jeder nur ſeiner Ein⸗ zelkunſt zu leben, ſondern um die eigenen Sonderinter⸗ eſſen denſelben eben dadurch zu veredeln, daß ſie die⸗