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ſie Dich wohl gar liebkoſte und Dich behandelte, als wäreſt Du gar nicht mein Kind, ſondern das ihrige— da bin ich oft in meinem Innern ganz eiferſüchtig ge⸗ weſen— denn Du gehörteſt mir doch— und eben darum war es mir auch wieder ein heimlicher Triumph, daß ſie Alle ſo in Dich vernarrt waren! Nein, nein, ſie dürfen es Dir nicht als Verbrechen anrechnen, wenn Du nun ihr Kind liebſt— aber ein Unglück iſt es doch!“ „Mutter! Mutter!“ rief Sigismund immer noch außer ſich zwiſchen die Beredſamkeit ſeiner Mutter— ihr konnte er nicht antworten— ſie dachte, ſie ſagte ihm nur, daß ſie ihn verſtehe, wiſſe, was ihm quäle! aber ſtatt deſſen riß ſie mit raſcher Hand einen Schleier von ſeinen Augen, der gleich einem duftigen Morgen⸗ nebel, doch in reinen Thauperlen, glänzend über ſeinen Empfindungen gelegen.— Und wenn er nun doch er⸗ fuhr, daß ſein Gefühl für Editha eben jene Liebe war, die ſo verhängnißvoll in jedes Menſchenleben, jede Fa⸗ milie griff und wenn er ſich wiederholen mußte, was ſeine Mutter behauptet, daß ſie unglücklich werden müſſe wie er, daß er freilich damit die Wohlthaten ſchlecht
vergelte, die ihre Eltern auf ihn gehäuft— dann aller⸗ dings hatte der Hauptmann recht ihm zu zürnen, dann
war er der undankbarſte aller Menſchen und er mußte nach einer Sühne ſuchen für ſeine Schuld. Er war verbannt von Editha und er wollte ſie


