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uns das Herzleid angethan, weil ich ſehe, daß Du doch viel größeres haſt!“
Er fah ſie befremdet an.
„Ach Gott!“ fuhr ſie fort,„daß wir alten Leute auch niemals klug werden und immer denken, die jungen Leute bleiben ewig Kinder, weil ſie unſere Kin⸗ der ſind! das konnte doch nicht ſo fortgehen mit Dir und dem Fräulein! Heute iſt es mir nun vollends klar geworden auch an Dir, daß es Dein Unglück gewollt hat, wie ich neulich, als ſie gar ſo beredt für Dich ſprach, auch an ihr es merkte, daß es das Unglück ge⸗ wollt hatte!“
„Mutter! um Gotteswillen, was denn?“ rief Si⸗ gismund, als die Schulmeiſterin nach Art wenig logiſch gebildeter Frauen in ihrer Rede zu keinem rechten Schluſſe kam.—
„Daß Dich Fräulein Editha liebt!“ ſchluchzte ſie. — Das freilich war deutlich.
Sigismund ſprang auf— glühende Röthe loderte plötzlich auf ſeinen Wangen, ſeine Lippen öffneten ſich, ohne einen Laut hören zu laſſen, die blendend weißen Zähne wurden ſichtbar, ſeine Augen ſtarrten weit geöff⸗ net auf die Mutter, dann ſenkten ſich die Lider und die Pfeile ſeiner glühenden Blicke bohrten ſich in den Boden.— Das war eine Entdeckung, die ihn ſelbſt wie ein Donnerſchlag traf.


