Teil eines Werkes 
1. Theil (1864)
Entstehung
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daß Sigismund aus einen gottesfürchtigen Candidaten ein gottloſer Muſikant geworden ſei und die auch für Sigismunds und Editha's Zuſammenſein, das der Haupt⸗ mann bei ſeiner Rückkehr ſelbſt verrieth, eine haar⸗ ſträubende Deutung gefunden. Denn ſelbſt von dem Wetter zurückgehalten, war ſie noch da, als Editha geſucht und endlich ohnmächtig in das Schloß zurück⸗ gebracht ward.

In dem Augenblicke jetzt, wo Sigismund von dem heiligen Bande ſprach, das ihn mit Editha verknüpfe, dachte er nur an die ſchöne Uebereinſtimmung der Seelen und der Empfindungen, in der er mit ihr aufge⸗ wachſen war— eine ſüße Harmonie, durch die noch nie ein Mißton geſchnitten! und wenn Alles, was ihn an die Familie Friedleben knüpfte, zerriſſen war, dies Band konnte dies Geſchick nicht theilen. Ob er Editha liebte? er wußte es nicht, er hatte ſich nie darum ge⸗ fragt— er fragte ſich auch jetzt nicht— er hatte überhaupt nie über die Liebe gegrübelt. Was ſollte ihm das!

Er war vier und zwanzig Jahr und Editha, die vier Jahre weniger zählte, war für ihn das Ideal ei⸗ nes weiblichen Weſens, lieblicher und herrlicher, als er es nur zu träumen vermochte. Einſt die Geſpielin ſei⸗ ner Kindheit, hatte ſie ſich ihm in der Ferne zu ſeinem holden Engel verklärt, an den er nur zu denken brauchte,

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