Teil eines Werkes 
1. Theil (1864)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

79

Alles zu fürchten, wenn Sie ſich je noch einmal in mein Schloß, zu meiner Tochter drängen ſollten.“—

Sigismund ſtand erſtarrt— an ſich hatte er gar nicht gedacht und daß in dieſem Augenblick es ſich um etwas Anderes als um Editha's Befinden handeln konnte, begriff er nicht— nur das begriff er: wenn ſie in Ge⸗ fahr war, dann durfte ihm auch der Vater die Schuld beimeſſen, die er ſchon ſelbſt ſich aufgeladen, dann durfte ihn der Vater haſſen, wie er Jeden gehaßt haben würde, der Editha ein Leid gethan! In dieſem Sinne vergab er Alles, war er bereit Alles zu ertragen.

Er wiederholte noch einmal mit bängſter Ahnung: „Wie geht es ihr?“

„Jetzt ſchlecht genug,“ antwortete der Hauptmann ſo rauh wie vorhin,„der Arzt giebt Hoffnung, daß ſie wieder hergeſtellt wird.“—

„Gott ſei Dank!“ rief Sigismund und warf die dunkeln Augenlider emporhebend einen ſchwärmeriſchen Blick zum Himmel.—

Der Hauptmann achtete nicht auf dieſe Unterbre⸗ chung, ſondern fuhr fort:„Was aber nicht wieder her⸗ geſtellt wird, das iſt Ihr früheres Verhältniß zu uns! Ich ziehe meine Hand von Ihnen ab! Ich unterſtützte

ie um Ihrer Eltern, um Ihrer Anlagen willen, ich dachte einen tüchtigen Geiſtlichen aus Ihnen werden zu ſehen; es ſollte der Gemeinde zur Ehre und Freude ge⸗