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rückſetzungen zu vermeiden, gar keinen Verfuch machte ſie ſich zu erhalten.
So lebte ſie freilich nur auf ſich, Frau Reichmann und ihre Kleine und die wechſelnden Beſucher des Ge⸗ ſchäftes angewieſen, ein eigenthümliches Stillleben, mitten im Wirbel der großen Stadt. Dieſe warf nur einzelne Exemplare der verſchiedenſten Specialitäten in das Ate⸗ lier der Damen und ſchuf darin eine ganze Muſterkarte von Portraits, an denen der aufmerkſame Beobachter Studien zur Menſchenkenntniß machen konnte.
Frau Reichmann's Photographien hatten einen ziemlichen Ruf, ſie war damit in der Damenwelt der höheren Kreiſe Mode geworden und auch die Künſtlerin⸗ nen vertrauten ſich am liebſten ihr an. Man wußte, daß ſie nicht nur die beſten Apparate hatte, ſondern daß ſie auch gewiſſenhaft darauf ſah, daß ſelbſt nicht* der kleinſte Toilettenfehler vorkam und daß ſie für jede Perſon die vortheilhafteſte Stellung zu finden, die Fal⸗ tenwürfe auf das Maleriſchſte zu ordnen wußte. Herren betraten das Atelier ſeltener; theils hafteten ſie am alten Vorurtheil, das trotz aller Proben weniger von der weiblichen als männlichen Kunſtleiſtung hielt, theils aus dem ſehr natürlichen Gefühl, lieber mit ihres Gleichen als mit einer Dame in dieſer Angelegenheit zu ver⸗ kehren. Die meiſten Männer, welche erſchienen, kamen entweder nur im Geleit ihrer Bränte oder Gattinnen,


