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war, ſeine Stelle ganz verſah, obwohl er es ſehr übel nahm, wenn ſich etwa Jemand gleich ſelbſt an ſie wenden wollte. Ein ſolches von Jahr zu Jahr immer peinlicher werdendes Leben ertrug die unglückliche Gattin nur um eines Kindes, einer kleinen Tochter willen, welche der Vater, der ſie abgöttiſch liebte, nicht von ſich ge⸗ laſſen hätte, die der Mutter, wenn ſie ihr Fortkommen ſuchen wollte, wohl hinderlich geweſen wäre und die ſie dennoch um keinen Preis dem verwilderten Vater hätte übergeben mögen. Nun hatte der Tod ſeit ein paar Jahren die qualvolle Ehe gelöſt— noch ein hitziges Fieber, der Ausbruch des deltrium tremens und Reich⸗ mann ſtarb als Opfer laſterhafter Selbſtzerſtörung.— Im Entſetzen über Alles, was ſie jahrelang und nun zuletzt noch doppelt Schreckliches durchgemacht, wagte Frau Reichmann kaum erleichtert aufzuathmen, da ſie endlich frei und ruhig in ihren kleinen heimiſchen Räu⸗ men, die ſo unheimlich geworden waren, ſich wieder be⸗ wegen konnte. Mit dem Gehülfen, den ſie ſchon bei Lebzeiten ihres Mannes gehabt, ſetzte ſie anfänglich das Geſchäft fort— aber da ſie nicht allein ſelbſt Alles beſſer verſtand als dieſer, der ſich gleichwohl eine gewiſſe Vormundſchaft, auf männliche Autorität geſtützt, anmaßen wollte, weil er ſich ihr unentbehrlich glaubte, verabſchiedete ſie ihn, um, wie ſie erklärte, nie mehr ein männliches
Weſen in ihrer Behauſung zu dulden. Nach dieſem


