Teil eines Werkes 
1. Theil (1864)
Entstehung
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Hauſe und das Dienſtmädchen gab ihr einen bereit lie⸗ genden Brief des Gerichtsrathes, in dem ihr dieſer ſchrieb: ihre Sachen wären jeden Augenblick zu ihrer Verfügung, übrigens begreife ſie wohl, daß es nach dem Vorgefallenen am beſten ſei, einander nur noch als Fremde, und darum lieber gar nicht zu begegnen.

Ausgeſtoßen! geächtet! ſeufzte ſie und ſah ein, daß ihr nichts Anderes übrig blieb, als ſich einſtweilen ſtill in dieſen Bruch zu fügen und die Zeit zu erwarten, wo es vielleicht möglich ſei, Getrenntes wieder zu ver⸗ einigen!

In ſchmerzlicher Bewegung ſchrieb ſie das ihrem andern Bruder Richard, der ihr längſt Aehnliches von Minette prophezeiht hatte:

Richard lebte in der nächſten Univerſitätsſtadt und hatte die Rechte ſtudirt. Als er dieſe Studien vollendet, wünſchte der Gerichtsrath, daß ſich Richard unter ſeinen Augen auf ſeinen künftigen Beruf vorbereite— der junge Mann hatte das aber abgelehnt— er wollte nicht in den Staatsdienſt treten— wollte den Wohn⸗ ort nicht wechſeln und endlich fand es ſich, daß er ſein Jus nur als Nebenſache betrieb und viel mehr ſich mit Literatur und Theater beſchäftigte, ja es zeigte ſich, daß er ein Mitarbeiter demokratiſcher Zeitſchriften war, wodurch er ſich jede Ausſicht auf Carriere nur ver⸗ derben konnte. Der Gerichtsrath ſchrieb ihm Briefe über