Teil eines Werkes 
1. Theil (1864)
Entstehung
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wickelte ſie dieſe Anſicht weiter: Felicitas wolle nur gebeten ſein, da zu bleiben, ſie halte ſich für unentbehr⸗ lich und wolle dann aller Welt verſichern können, daß ſie nur gezwungen in den angenehmen Verhältniſſen des Bruderhauſes bleibe— wolle ſagen können, daß ſie da⸗ mit ein Opfer bringe, keineswegs eines annehme,— und ſo ließ ſie die längſt angehäufte Erbitterung ihres Innern ausſtrömen, daß es nicht einmal dem Gatten gelang ſie zu unterbrechen und er ſie vergebens zur Mäßigung ermahnte.

Felicitas entgegnete nichts mehr, ſie ſtand auf, bot dem Bruder die Hand und ſagte: Zetzt ſiehſt Du, daß ich nicht länger bleiben kann; ich wäre gern in Frie⸗ den von Euch geſchieden, denn ich weiß, wie viel DBank ich Euch ſchuldig bin und hätte nie geglaubt, daß es zwiſchen uns zu einem ſolchen Auftritt kommen könne!“ Damit war ſie ohne weiter eine Antwort zu erhalten. in ihr Schlafzimmer gegangen. Als ſie am andern Morgen einen verſöhnlichen Abſchied nehmen wollte, hieß es: der Herr Gerichtsrath ſei ſchon fort und die Frau Gerichtsräthin liege krank zu Bett, habe aber geſagt, daß ſie durchaus Niemanden ſprechen wollte und das Fräulein ja ihre Abſicht von geſtern ungeſtört ausfüh⸗ ren möge. So ſchmerzlich niedergedrückt verließ ſie das Haus ihres Bruders und als ſie es nach einigen Tagen wieder beſuchte, hieß es, die Herrſchaft ſei gar nicht zu