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Zähnen zwiſchen den leicht gesffneten Lippen paßte trefflich zu den Standbildern griechiſcher Mythologie, die von der oberen Halle des Marmorhauſes wie neu⸗ gierig herabſchauten.
„Mein Fräulein!“ rief er, entzückt, daß ſie ihn wie ſonſt in den Tagen der Kindheit bei ſeinem Vor⸗ namen nannte und dräckte inniger ihre Hand.
„Wo kommen Sie her und warum erſchrecken Sie mich hier?“ fragte ſie nun mit einer ſeltſamen Miſchung von Freude und Strenge.
„Das ſind Fragen, auf die Sie die Antwort ſchon ſelbſt wiſſen!“ antwortete er halb lächelnd, halb wehmü⸗ thig—„ich bin meinem Briefe nachgeeilt, weil ich durch geſprochene Worte ſchließlich meine Eltern doch mehr zu überzeugen, zu beruhigen hoffen durfte, als durch geſchriebene, und jetzt warte ich hier auf Sie, um Ihnen zu danken— ich bin beruhigt über meinen Schritt, ge⸗ rechtfertigt vor mir ſelbſt, überzengt, daß ich ſiegen muß, a Sie meine Fürſprecherin waren!“
Sie ſuchte ſich von ihrer Ueberraſchung zu ſammeln und jenen kühleren Ton anzunehmen, durch den ſich manche Mädchen vor dem Ueberwallen ihrer Empfindun⸗
gen zu ſchützen ſuchen:„Aber warum erſchrecken Sie
mich hier, Herr Ambach, warum kommen Sie nicht in das Schloß d“
„Weil ich wußte, daß Sie nicht darin waren,“ ant⸗ Louiſe Otto; Neue Bahnen. I. 4


