Teil eines Werkes 
1. Theil (1864)
Entstehung
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wenn das ſchlimmer würde, um deswillen bald eme⸗ ritiren und ſo entwarf ſie immer ihre Subſtitutenpläne.— Daß Sigismund bei„der Herrſchaft“ vor Allen den Vorrang haben würde, wußte ſie aus langer Erfah⸗ rung. Kam er, wenn auch erſt in ein paar Jahren in's Haus, ward er ihr Schwiegerſohn, ſo konnte ja die ganze Familie friedlich in der Pfarre mit ihm woh⸗ nen bleiben und ihr wenigſtens war ſie als Wittwenſitz geſichert, denn auch auf dieſe Wittwenſchaft hin, die ja gar nicht ſo wahrſcheinlich war, denn ſie zählte nicht viel Jahre weniger als ihr Mann, und an die andere Frauen vor Bangen gar nicht zu denken wagen, entwarf ſie immer ihre lebensklugen Pläne.— Dieſe plötzlich von

einem unvorhergeſehenen Ereigniß durchkreuzt zu ſehen, brachte ſie immer ganz aus der Faſſung— wenn ſchon ſie Elaſticität des Geiſtes genug beſaß, um die zerriſ⸗ ſenen Fäden ihrer künſtlichen Gewebe ſofort wieder auf neue Weiſe zuſammenzuknüpfen und durch einander zu werfen.

Jetzt war ſie aufs Schloß gegangen. Sie mußte ſich ausſprechen, rächen, mußte wenigſtens die Erſte ſein, die dieſe Nachricht über Sigismund brachte, um ſie auch auf die rechte Weiſe zu bringen. Sie mußte auch zeigen, daß ſie immer über alle Vorgänge gut unterrichtet war, auch über das, was ſich außerhalb ihres Dorfes ereignete. Die unerhörte Neuigkeit von Sigismund's„Umſattelung“