39 Wochentagen. Aher er klagte über nichts mehr. Er war das Alles nun ſchon ſeit faſt dreißig Jahren ge⸗ wohnt und hatte nicht nur aufgehört, eine Veränderung zu wünſchen und zu hoffen, ſondern auch nur an ſie zu denken. Er ſtand mit dem Pfarrer und der Schulbe⸗ hörde ſo ziemlich gut, mit der Gutsherrſchaft ausge⸗ zeichnet und mit den meiſten Bauern, wenn ſie nicht gar zu unverſtändige Eltern waren, ſo leidlich wollte er weiter? Sein braves Weib hielt treulich mit ihm aus und an dem Sohne, dem einzigen Kinde, das ihm von vier Kindern geblieben war, hatte er bis jetzt nur Erfreuliches erlebt. Seine Hauptfreude war freilich ie, daß er nicht auch Schulmeiſter zu werden brauchte gleich ihm, ſondern ſtudiren konnte, und wenn auch erſt nach einer entbehrungsvollen Candidatencarriere, es der⸗ einſt auch ſo gut haben könne, wie der Herr Pfarrer, in der Regel nur den Sonntag zu arbeiten, ſonſt aber die ganze Woche Feiertag hatte.
Daß ihm nun durch den Brief d Hoffnung zerſtört ward, fiel ihm freilich Herz und es gelang Editha nicht ſo ſchnell, wie ſie ge⸗ dacht hatte, ihm die Berufswandlung Sigismunds in einem günſtigen Eichte erſcheinen zu laſſen. Da Editha indeß nicht aufgehört hatte ſeine Fürbitterin zu ſein,
ſo fagte er, daß er ihm zwar ſeine Unbeſonnenheit vor⸗ halten, gber auch vergeben wolle.
— was
es Sohnes dieſe ſchwer auf das


