„Ja, und das ganze Unglück ſtammt von daher!“ ſeufzte die Frau;„hätte er das ſchöne Inſtrument nicht bekommen, ſo würde ihm die Luſt zu dem unnützen Mu⸗ ſiciren bald vergangen ſein!“
„O nennen Sie nicht unnütz,“ eiferte Editha,„was uns ſelbſt und andern Menſchen die ſchönſten Wonnen und Erhebungen gewährt! jede Kunſt iſt eine Tochter des Himmels und wenn die Tonkunſt nichts Bleibendes geſtaltet, ſo echebt ſie dafür auf ihren geiſtigen Schwin⸗ gen um ſo höher, veredelt und begeiſtert, und wirkt ſo gerade das guch, was der Zweck einer Predigt iſt und ſo oft doch nicht durch ſie erreicht wird.“
ie Schulmeiſterin ſchüttelte immer noch mit dem
Kopfe und begann wieder in ihrem eigenen Ideenkreis verſunken:„Ein armer Muſikus! da hätte ich do
ch ge⸗ dacht, es würde etwas Anderes aus meinem einzigen Sohne, und vollends, nachdem ihm ſo hohe Protection geworden!“
„Mit ihr wird er auch in dem neuen Stande nicht untergehen!“ rief Editha und gab ſich noch einmal alle erfinnliche Mühe, zu⸗ beweiſen, wie es nicht allein viel edler ſei, ſich einer freien Kunſt zu widmen, als einer Theologie, die ſclaviſche Unterwerfung forderte, wie ein Muſi ü inträgli


