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Nachdem dies Editha langſam und aufmerkfam n und den nachfolgenden kindlich zärtlichen Schluß
geleſe überflogen hatte, ſagte ſie:„Ich finde nicht, daß Sie Urſache haben, ſich über dieſe Nachricht zu betrüben. Allerdings iſt es Schade, wenn er nun hier nicht Pfarrer
werden kann— ich würde gern zu ihm in die Kirche
gegangen ſein!— aber es hätten bis dahin auch noch Jahre vergehen müſſen— der alte Hert Paſtor läßt ſich vielleicht nicht ſo bald emeritiren! Im Uebrigen aber freut es mich, daß er ſich ganz der Tonkunſt wid⸗ men will! Wenn wir zuſammen Beethovenſche Sonaten ſpielten und ſeine Violine mich zum Pianöforte beglei⸗ tete, da dachte ich oft, daß der Muſiklehrer, mit dem ich dergleichen in der Penſion ſpielte, nicht halb ſo ſeelenvoll vortrug als Sigismund! und wenn er allein auf ſeinem Inſtrument phantaſirte, da hörte ich ihm
entzückter zu, als irgend einem berühmten Virtuoſen in
der Reſidenz im großen Concert und ich dachte ſchon oft, wenn er wolle, könne er auch ſo, ſtatt nur mich allein, eine ſtaunende Menge entzücken!“ 3 „Ach, ſo haben Sie ihm wohl gar den Kopf verdreht?!“ rief die Schulmeiſterin, durch Editha's Ant⸗ wort nur ſtutzig geworden, aber nicht beruhigt. Editha erröthete, aber ſie ſprach ruhig weiter; „Mein Vater wird ihm gewiß auch nicht zürnen— e hat ihm ja die Violine erſt geſchenkt.—“


