Teil eines Werkes 
1. Theil (1864)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

32

daß ihr Sohn es zu mehr bringen könne, als in einem fleinen Orcheſter wohl gar den Leuten zum Tanz auf⸗ zuſpielen und ſchloß endlich:„Ach, wie er klein war, machte er mir Mühe und Noth genug, denn er war lange ein kränkliches Kind— aber das hätte ich mir doch nicht träumen laſſen, daß ich das an ihm erleben würde!“

Faſt riß jetzt Editha die Geduld. Sie bewegte unruhig den kleinen Fuß, drückte den Gartenhut feſter auf den blonden Lockenkopf und ſagte mit einer Ener⸗ gie, die man von dieſem zarten Geſchöh gar nicht hätte erwarten mögen:„Jetzt begleite ich Si aber gleich mit zu Ihrem Manne und werde ihm die Sache ſelbſt vorſtellen!“

„Ach, gnädiges Fräulein— er hält ja Schule?“ mahnie die Schulmeiſterin. Aber das entſchloſſene Fräulein ließ ſich davon nicht abhalten, ſondern antwortete:„das iſt mir einerlei! So ruf ich ihn mir heraus oder warte bis zu einer Zwiſchen⸗ ſtunde— ich will ihm dieſe Nachricht ſchon ſelbſt bringen und bezweifle nicht, daß er ſie anders aufnimmt, als Sie ſich vorſtellen.“ Sie ſprach das letztere wieder im ſanf⸗ teſten Tone, nahm die Hand der leiſe weinenden Frau in die ihrige und lenkte neben ihr die Schritte dem Dorfe zu.

Frau Ambach wußte, daß Fräulein Editha durch⸗ ſetzte, was ſie ſich vorgenommen und daß ein Widerſpruch