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bunten Federchen herabwarf— Niemand ſonſt als eine Mutter, deren Alles dieſer Sohn war und die darum auch das Mitgefühl des Mädchens ſich erklärte. Editha las, was Sigismund ſchrieb.
„Meine theuern Eltern! Heute habe ich Euch in einer ſo wichtigen Angelegenheit zu ſchreiben, daß ich keine anderen damit vermengen will. Ihr wißt, wie glücklich ich war, nach Euerem Wunſch, unterſtützt von der Güte des edlen Gutsherrn und den Empfehlungen unſeres ehrwürdigen Pfarrers Theologie ſtudiren zu dürfen. Aber ſchon immer war mein Herz getheilt zwiſchen dieſer Facultät und der erhabenen Muſika— aber ich dachte daran, wie es ja das ſchönſte Vorbild aller Theologen, unſer herrlicher Martin Luther auch nicht anders gehalten und zugleich der Tonkunſt wie der Gottesgelahrtheit gelebt hat und. ich ſagte mir auch, daß in jetziger Zeit ein Hauslehrer weit eher ſein Glück mache, wenn er auch ein wenig Muſik verſtehe. So
ſtudirte ich fleißig in beiden fort und darf mir ſagen, die mir gebotene Zeit nicht nutzlos vergeudet zu haben. Aber ſo wohl, ſo erhaben und durchgeiſtet wie ich mich fühlte wenn ich mich mit Muſik beſchäftigte, ſo nieder⸗ gedrückt fühlte ich mich mehr und mehr durch das Stu⸗ dium der Theologie. Fern ſei es von mir, das ſchönſte Buch, welches wir beſitzen: die Bibel, nicht als eine Fundgrube ewiger Wahrheiten, als eine Ouelle der Be⸗


