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von einem weichen Handſchuh überhüllte des Fräuleins und ſagte:„Ja, ich wollte zu Ihnen, mit Ihnen reden, ehe ich noch mit meinem Mann ſpreche und ihm den Schrecken mache, der mir eben noch in allen Gliedern liegt— „Sigismund—!“ Thränen erſtickten die Stimme der Schulmeiſterin. Editha war auf's Aeußerſte beſtürzt von der Auf⸗ 2 regung einer Frau, die ſie ſonſt immer in einem faſt apathiſchen Gleichmuth geſehen und als vollends der Name Sigismund ſo ſchmerzlich bewegt ausgeſprochen ward, färbte eine glühende Purpurröthe die zarten Wan⸗ gen des Mädchens, um bald wieder einer leichenhaften Bläſſe Platz zu machen; in ſchmerzlichſter Bewegung
wiederholte ſie:„Sigismund— um Gottes willen ſagen Sie, was mit ihm iſt?“
„Ach, leſen Sie den Brief da,“ antwortete die Schulmeiſterin und indem ſie ihre Thränen zu trocknen ſuchte, überreichte ſie Editha einen Brief.—
Dieſe hatte nur einen Blick darauf geworfen, als ſie ſchon beruhigt aufathmete und Sigismunds Hand erfennend umwillkürlich rief:„Nun Gott ſei Dank— er hat ja ſelbſt geſchrieben!“ 3
Gut, daß dieſen unbedachten Ausruf Niemand wei⸗ ter vernahm, als ein kleiner neugieriger Stieglitz, der auf einem herabhangenden Zweige gerade über Editha's Haupt ſich wiegte und ſchelmiſch neckend eines ſeiner


