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in der Wiege als zum Unglück auserſehen und prophe⸗ zeihte dem blühenden Fräulein kein glückliches Loos. Ja, unter manchen Dorfbewohnern und der ländlichen Dienerſchaft des Schloſſes ging die Sache ſo weit, daß ſie Editha ſtets nur mit mitleidigen Augen betrachteten, als werde über kurz oder lang ein entſetzliches Geſchick über ſie kommen.
Bis jetzt war dazu gerade noch keine Ausſicht vor⸗ handen. Die Familie von Friedleben lebte in unge⸗ ſtörtem häuslichen Glück auf ihrer ſchönen Beſitzung, die Herr von Friedleben ſelbſt verwaltete. Er hatte
eingeſehen, daß die Beſitzung nicht ſo viel einbrachte,
um ſie aufſichtslos von fremden Händen bewirthſchaften zu laſſen, ſelbſt aber ein that⸗ und arbeitsloſes Leben zu führen. Er guittirte darum ſchon als Hauptmann den Dienſt und zog ſich als Landwirth auf ſein Gut zurück. Er hatte bei der Artillerie geſtanden, war In⸗ genieur geweſen und brachte ſo einige Kenntniſſe mit, die ihm auch für ſein neues Fach zu Statten kamen.
Seine Gemahlin liebte gleichfalls das Landleben und befand ſich in dieſem ſtillen Aufenthalt wohler als in dem beengenden Treiben der nicht allzufernen klei⸗ nen Reſidenz. Bekümmerte ſich Frau von Friedleben auch nicht um die Details der Landwirthſchaft, ſo führte ſie doch eine verſtändige Aufſicht über die Wirthſchafterin, welche dieſe immer in Reſpect erhielt und nöthigte,


