Teil eines Werkes 
21. Band, Eugenia : 3. Theil (1833)
Entstehung
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Von dem Palaſte des Großherzogs ausgehend, durchritter den größten Theil der Stadt, einſam und wüſt, erſchöpft von Plünderung, menſchenleer und nurvoneinzelnen Nachzüglerhorten durchtobt. Nach Vollendung der traurigen Wanderſchaft begab er ſich in den kaiſerlichen Palaſt, der, ein ödes Monu⸗ ment geſtürzter Herrlichkeit, andere Saiten in

ſeinem Inneren erklingen machte. Denn als er in jene Halle der wichtigſten Staats⸗Berathungen kam, überdrang ihn wunderbar die Erinnerung an die, auf dem Teufelseilande mit Irenen verlebten Stunden, und er ſprach mit Wehmuth wie da⸗ mals:

Es zieht an öder Fürſtenſchlöſſer Thor

Der Spinne Netz den leichten Teppich vor,

und in Efraſiabs eingeſtürzten Hallen

Hört man der Eule Heermuſik erſchallen.

Trüber und trüber ſtimmte ſich ſein Inne⸗ res, der Schmerz getäuſchter Liebeshoffnung ge⸗ ſtaltete ſich mehr und mehr zu einer am unbe⸗ ſchränkten Herrſcher des Orientes gefahrvollen Schwermuth. Den aus den Blachernen Zurück⸗ kehrenden erwartete unfern derſelben im Freien ein feſtliches Mahl, an dem er mit ſeinem ganz⸗

en Hofe Theil nahm, ſich, gegen das Geſetz, dem

unmäßigen Genuſſe des Weines überlaſſend. Stärker ſchon die Macht deſſelben empfindend rief er dem oberſten Verſchnittenen zu: Geh, und

ſage dem Lukas Notaras, es gefiele mir, ſeinen jüngſt⸗

en Sohn zu meinem Harems⸗Dienſte zu haben. Der Eunuche ging und verkündete, was ihm