Die Mündel des philoſophiſchen Athanaſios Phranzes, das Pflegkind der einſamen Inſel An⸗ tiparos, hatte zwar eine Stelle betreten, welche ihr als der Hof des Palaſtes einer hochmächtigen Herrſcherin genannt ward, ſie hatte vor Ge⸗ krönten geſtanden, die das weite Weltreich be⸗ herrſchten, aber niemals noch war ſie auf dem Schauplatze; den der menſchliche Sprachge⸗ brauch„Hof“ nennt, niemals ſtand ſie vor Gekrönten der Erde. Unſtreitig ſind die Ge⸗ bräuche beider Höfe verſchieden, verſchieden die Regeln des Umgangs mit den Herrſchern des Geiſterreiches und der Menſchen, ſo bedurfte denn Irene Phranza einiges Unterrichts, als die Zeit herankam, wo ſie in ausgewähltem Kreiſe in den Purpurgemächern des Blacher⸗ nenpalaſtes dem Auguſtus vorgeſtellt werden ſollte und ſeiner Kaiſerin Maria. Die im Purpur geborene Zoe hatte das Geſchäft übar⸗ nommen, des Gemahls Schweſter in die Ge⸗ heimniſſe ihres Vaterhauſes einzuweihen und ihr etwas wechſelnder, aber darum vielleicht der Schülerin um ſo mehr zuſagender Sinn erhei⸗ terte eine Belehrung, welcher es in der That, nach der ſtrengen Hofſitte des konſtantinopoli⸗
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