In ziemlicher Verſtimmtheit durchſchritt, der vorleuchtenden Dienerſchaft folgend und begleitet von ihren beiden Jugendgenoſſinnen, Irene die langen Galerieen, welche nach der hintern Seite des Palaſtes führten, in dem das Gynäceum ſich befand. Wohl ſchimmerte in denſelben das herrlichſte Geräth, wohl erleuchtete der vorüber⸗ gleitende Schein der Fackeln manch ausge⸗ zeichnetes Bildwerk, mit dem Geſchmacke des Kunſtſinnes aufgeſtellt, aber die Tochter des Hauſes hatte auf das erſte nicht Acht, und als ſie auf die zweiten einen flüchtigen Blick warf, däuchte es ihr, als ſei das Alles viel ſchöner auf Antiparos geweſen, ja in ihrer Mißlaune gemahnte es ſie ſogar, ſelbſt jenen ſeltſamen Darſtellungen in der Höhle ſtänden ſie nach, deren Erinnerung in dem raſchen Treiben der letzten Zeit in ihr verblichen war, wie die an einen Traum, aber jetzt urplötzlich in wunderlicher Lebendigkeit erwachte.
So gelangte ſie in die köſtlichen, ihr be⸗ ſtimmten Gemächer, und ihr Wink verabſchie⸗ dete die Diener, ausgenommen Leuke und Mele. Stumm ſtanden dieſe, wie ſie meiſtens pfleg⸗ ten, und der Herrin Anrede erwartend; dieſe


