Teil eines Werkes 
20. Band, Eugenia : 2. Theil (1833)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 232—

aber trat auf den Altan eines geöffneten Fen⸗ ſters und ſchauete rings um ſich in die unbe⸗ kannte heimatliche Gegend, welche ſich von dem hochgelegenen Standpunkte dem Auge in einem weiten Geſichtkreiſe darbot.

Es war eine der ſchönſten Nächte des an⸗ muthigſten Klima's, der Mond ſtand am tief⸗ blauen Himmel, weithin durch ſeinen Glanz die Sterne verdunkelnd, und über die unge⸗ heure Häuſermaſſe ein Gewand werfend, ge⸗ woben aus duftigem Licht, Dämmerung und ſchwarzen, grell ſich abſchneidenden Schatten. Am hellſten beſchienen hob ſich der große runde Steinthurm empor, der das Thor des heiligen Romanos bewachte, gleich als ſei er der Ge⸗ genſtand, der vorzugweiſe die Strahlen der nächtlichen Leuchte an ſich zöge; mitunter aber zogen Wolkenſchatten über ſeine Kuppel und an ſeinen Mauern dahin, ſo daß im flüchtigen Wechſel von Licht und Dunkel es ſchien, als wanke der uralte Thurm. Neben ihm zu bei⸗ den Seiten glitt der Blick in das Gefilde, be⸗ reits ruhend im Schlummer der Nacht, noch ruhend im Frieden, und im Mondglanz wall⸗ ten fernhin die halmenreichen Fluren und ma⸗