Teil eines Werkes 
14. Band, Olgierd und Olga, oder Polen im eilften Jahrhundert : 5. Theil (1832) Polen im eilften Jahrhundert
Entstehung
Einzelbild herunterladen

vermochte; ihr Gemahl, ſie bemerkend, ent⸗ faͤrbte ſich, doch ſprach er mit gezwungener Freundlichkeit zu Ilga: Ihr aber, ſchoͤnes Schweſterlein, ſcheinet nicht geſonnen der from— men Agnes Beiſpiel zu folgen, dem Wehrge⸗ henke nach, das wohl einem irdiſchen Braͤuti⸗ gam beſtimmt iſt.

Das Fraäulein verſetzte: Herr, einem Ritter iſt es beſtimmt, der zwar nicht ausgezogen nach Kijow, noch gegen die Sarazenen, und fein daheim geblieben, aber doch wacker geſtritten hat fuͤr das Recht, und die Ehre der Frauen bewahret, einem Ritter, welchen Ihr auch ein wenig Dank ſchuldig ſeid füͤr ein Gluͤck, das, daucht mir, Ihr nicht genugſam erkennt. Doch erhaͤlt er es nicht, er gelobe denn zuvor, ſein kuͤnftig ehelich Gemahl, und glich es auch nur von fern der Malgorzata Strzemienczowa, werth zu halten, und ein Herz nicht zu betruͤben, das an ihm haͤngt mit Liebe und Treue.

Sprecht, mein Gemahl— wagte die Weinende zu bitten— habe ich Euch durch irgend etwas beleidigt? bin ich eines Vergehens angeklagt vor meinem Herrn?